Porridge-Weltmeisterschaft 2025 in Carrbridge, Schottland
Wie es zur Teilnahme von Antonia und Karin kam – kann man im Artikel weiter unten nachlesen. Hier folgt ein verspäteter Erfahrungsbericht und das Rezept, mit dem Karin teilgenommen hat.





Fotos von Michael Harley, Antonia Prochaska, Karin Schroll
Anreise & Ankommen
Die Anreise mit dem Zug hat zwei Tage gedauert – über St. Pölten, Frankfurt, Brüssel, London, Edinburgh und Aviemore. Der Koffer war voll mit Geschirr und Zutaten – das schwerste war wohl die Mohnquetsche meiner Bald-Schwiegermama. In Frankfurt habe ich beim Umsteigen eine ehemalige Kollegin auf einen Kaffee getroffen und endlich ihr Baby kennengelernt, in Brüssel bei meiner Cousine übernachtet. Am zweiten Tag ging es mit dem Eurostar unter dem Ärmelkanal durch und dann einmal quer durch Großbritannien Richtung Norden – inklusive schöner Strandaussicht entlang der Ostküste. Am Donnerstagabend bin ich mit einer Stunde Verspätung in Carrbridge angekommen und habe mich mit Antonia und Familie in unserer gemieteten Hütte getroffen.
Am Freitagabend gab es ein erstes Kennenlernen der Kandidat*innen in der Village Hall der kleinen Gemeinde Carrbridge. Die Flaggen der vertretenen Länder hingen bereits, die Kameratechnik war aufgebaut – bei der WM wird von oben direkt auf die Kochplätze gefilmt. Wir haben mit einigen Kandidat*innen geplaudert – und auch eine Österreicherin getroffen, die heute in Carrbridge lebt. Sie hat bei einer Interrail-Reise vor vielen Jahren ihren jetzigen Mann kennengelernt und ist gleich dortgeblieben. Außerdem erzählte sie von einer weiteren Verbindung zwischen Carrbridge und Österreich: Der Tiroler Karl Fuchs betrieb dort früher eine Skischule und soll König Charles den Schneepflug beigebracht haben.
Samstag 4. Oktober 2025 – der Wettbewerbstag




Fotos von Michael Harley, Roy Brown, Antonia Prochaska, Karin Schroll
Am Samstag ging es früh los – wir haben Zutaten und Geschirr zusammengepackt und unsere Fan-T-Shirts angezogen – jeweils mit dem Gesicht der anderen Person darauf, um uns gegenseitig anzufeuern. Die Schürze mit der Walviertler Version eines Spurtle hatte ich von Kolleg*innen zum Geburtstag bekommen.
Die übliche Dudelsackparade durch den Ort musste leider wegen des Strumtiefs Amy abgesagt werden, dieses hatte auch die Anreise einiger Kandidat*innen erschwert. Beim ersten Zusammentreffen auf der Bühne ging es los mit dem traditionellen „Toast to the Porridge“, also einem gemeinsamen Stamperl Whisky zu Ehren des nationalen Getreidebreis.
Der erste „Heat“, also die erste Kochrunde war für 6 erfahrene und bereits ausgezeichnete Kandidat*innen reserviert, so konnten wir mal zuschauen und die Stimmung inhalieren. Ein bisschen Ehrfurcht kam natürlich auch auf – man sah ihnen die Souveränität beim Porridgekochen wirklich an.
Kochen unter extremen Bedingungen
Dann mussten wir uns auch schon zu unserem „Heat“. Mit dem eigenen Korb voller Zutaten und Geschirr standen wir schließlich an den Kochplätzen und bereiteten alles vor. Dann das Startkommando und 30 Minuten Zeit. Porridgekochen unter extremen und ungewohnten Bedingungen – mit Gaskocher, Kameras, Publikum, Angst vor laufender Kamera etwas Unhygienisches zu tun, Zeitdruck sowie Jurymitgliedern und der Moderatorin, die Fragen stellten, während man gleichzeitig rührt und versucht, nichts anbrennen zu lassen. Mit der Moderatorin haben wir über unsere Geschichte und die Gerichte gesprochen – Freundschaft und Waldviertel sowie eigene regionale Zutaten. Auch die Waldviertler Interpretation des Spurtle zum Rühren kam sehr gut an. Ich habe groben Hafer verwendet, der lange kochen musste (steel cut oats). Deshalb und wegen des klebrigen Holzlöffels wurde es zeitlich sehr knapp mit dem Anrichten. Antonias Kreation war wiederum sehr fordernd wegen der vielen Zubereitungsschritte. Kurz vor Ablauf der Zeit rief ich, dass ich fertig bin, sofort kam jemand mit einem Tablett vorbei, die Schüsseln wurden fotografiert und noch heiß in den Juryraum gebracht. Die beeindruckende Aufgabe der drei Juror*innen war es an diesem Tag, 66 Schüsseln mit Porridge zu verkosten – und natürlich zu bewerten. Als hätten wir den Mount Everest bestiegen, haben uns Antonia und ich nach geschafftem Heat umarmt. Es war zwar einfaches Haferbreikochen, aber doch eine lange und intensive gemeinsame und auch sehr lustige und haferreiche Vorbereitungsphase.






Fotos von Michael Harley, Roy Brown, Antonia Prochaska, Karin Schroll
Durch alle 66 Porridges kosten
Erleichtert von der geschafften „Meisterleistung“ haben wir unsere Sachen verstaut und sind in den Nebenraum gegangen – hier war eine Bar zur Porridge-Verkostung aufgebaut. Mit kleinen Holzlöffeln konnte man sich durch alle gekochten Kreationen probieren. Dann kam auch eine meiner Schüsseln geliefert – der Porridge mit Mohn und Himbeeren sah farblich schick aus in den von Flora getöpferten blauen Schüsseln, so dass einer Frau ein spontanes „Wow“ entglitten ist.
Ein großes Team hat in der Küche abgewaschen – neben der Verkostungsbar konnten wir also langsam unser gut gekennzeichnetes Geschirr wieder einsammeln. Eine von Antonias Schüsseln kam aber lange nicht zurück. Das Abwaschteam meinte nur: gutes Zeichen – wahrscheinlich steht sie noch im Raum bei den Juror*innen.



Fotos von Michael Harley, Karin Schroll
Stimmung vorort & via livestream
Im gesamten Ort war die WM präsent – in mehreren Lokalen liefen Übertragungen auf Leinwänden. Es gab Hauben, Schürzen und regionale Produkte zu kaufen. Der Livestream machte es auch möglich, dass Familien, Freunde und Kolleg*innen mitfiebern konnten. Sie haben online mitgeschaut – aus einem Kleinbus auf dem Weg zum Kletterurlaub nach Kroatien oder vom Sofa von zuhause aus. Arbeitskolleg*innen waren so inspiriert von den Whiskeyverkostungen zwischen den „Heats“ – und haben sich ebenfalls ein Glas eingeschenkt.
Besonders schön war Vorort auch die Atmosphäre unter den Teilnehmer*innen. Kochprofis und Laien standen nebeneinander an den Herdplatten, halfen sich im Vorfeld gegenseitig mit Kochutensilien aus und fieberten füreinander mit. Das Organisationsteam war auch sehr nett – und den trockenen schottischen Schmäh wussten wir sehr zu schätzen. Eine Erkenntnis war auch, dass in Schottland offensichtlich keine große Angst vor zerkratzten Teflonpfannen besteht – da schätze ich uns als vergleichsweise ängstliches Volk ein.
Präsent war auch ein überdimensionaler goldener „Spurtle“, mit der Motorsäge geschnitzt, der schnell zu einem beliebten Fotomotiv wurde. Viele haben mit ihm für Fotos posiert.
Es war schön zu sehen, wie etwas so Einfaches wie Haferbrei so ausführlich zelebriert werden kann – und damit gleichzeitig regionale Zutaten und Lebensmittel allgemein wertgeschätzt werden. Mit viel Humor, Hingabe und Kreativität haben die Teilnehmer*innen ihre ganz eigenen Porridge-Kreationen kreiert. Der klassische traditionelle Porridge bestand dabei ganz schlicht nur aus Hafer, Wasser und Salz – und stand damit in schönem Kontrast zu den aufwendigeren Spezialitätenvarianten. Spielerisch und mit Spaß wurde sichtbar, wie viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt in gutem Essen stecken kann. Das ist es auch, was wir auf unseren Fan-T-Shirts zum gegenseitigen Support geschrieben hatten: It’s fun, but serious!
Preisverleihung
Bei der Preisverleihung wurden die Teilnehmerinnen in zwei Kategorien ausgezeichnet: für den traditionellen Porridge (aus Hafer, Wasser und Salz) sowie für das „special dish“, also kreative Spezialitätenvariationen. Sven aus Norwegen gewann die traditionelle Kategorie mit seinem regionalen Schwarzhafer (er hatte sogar sein eigenes norwegisches Leitungswasser mit), während Caroline aus Australien mit ihrer Spezialkreation in der zweiten Kategorie überzeugte (die weite Anreise hat sich wohl ausgezahlt). Die Rezepte aller Teilnehmerinnen wurden auch über die Social-Media-Kanäle der Veranstaltung veröffentlicht.
Antonia wurde von Juror Coinneach MacLeod (bekannt als „Hebridian Baker“) anerkennend erwähnt für ihre Spezialitätenkreation mit Roten Rüben, Birnenbalsamessig, Käferbohnen, Ziegenkäse, Apfel, Kren und Kürbiskernöl. Die Jurorin Kirsten Gilmore (preisgekrönte Köchin und Bäckerin mit neuseeländischen Wurzeln) hat mir zum Geschmack meines Birnenbalsamessigs gratuliert.




Fotos von Michael Harley, Antonia Prochaska, Karin Schroll
Ausklang der haferreichen Reise
Am Samstagabend trafen sich noch alle in der örtlichen Bar zum Ausklang der Veranstaltung. Am Sonntag haben wir zum Abschluss unserer Reise noch den neu erschienenen Kinofilm über die Porridge-WM gesehen, in dem einige der neuen Bekanntschaften porträtiert wurden und der die besondere Atmosphäre der Veranstaltung gut eingefangen hat. Trailer zum Film.
Beim anschließenden Spaziergang im Wald traf Antonia noch die Frau, die den überdimensionalen goldenen Spurtle innerhalb einer Nacht mit der Motorsäge geschnitzt hatte. Sie hat als Teilnehmerin der regionalen Motorsägenschnitzmeisterschaft offensichtlich die Skills dafür.
Zuhause konnte man ein paar unserer Erfahrungen nachlesen – in dem Artikel der NÖN, in der auch die nette Überschrift „Geheimwaffe Birnenbalsamessig“ vorkommt. Am 3. Oktober 2026 wird der 33. Bewerb der Porridge-WM stattfinden – bis 5. Juni kann man sich noch anmelden.
Das Rezept: Roter Mohn Highland-Porridge
ÖSTERREICH Golden Spurtle Spezialrezept 2025, KARIN SCHROLL

Foto: Roy Brown
ZUTATEN & MENGENANGABEN
Basis
- 225 g groben Haferschrot/Steel-Cut Oats/Haferflocken (1 Tasse à 300 ml)
- 3 Tassen Wasser (ca. 700-900 ml)
- 3 Esslöffel Holunderblütensirup
- Prise Salz
Topping
- 350 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt)
- 6 Esslöffel gequetschter Graumohn
- 2 Esslöffel Honig
- Ein Schuss Birnenbalsamessig
- Ein paar frische Himbeeren fürs Anrichten
ZUBEREITUNG
- Den Hafer über Nacht im Wasser einweichen (bei der Verwendung von Flocken nicht notwendig).
- Den eingeweichten Hafer und eine Prise Salz bei niedriger Hitze köcheln
Den Holundersirup einrühren - In einer separaten Pfanne die Himbeeren mit dem Honig sanft erwärmen, den Graumohn hinzufügen und gut unterrühren
- Den Basisporridge warm anrichten, mit der Himbeer-Mohn-Honig-Mischung, ein paar frischen Himbeeren und einem Schuss Birnenbalsamessig als Topping
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Der folgende Artikel wurde vor der Teilnahme veröffentlicht:
Auf zur Porridge-WM Haferbrei kochen!
Am 1. Oktober packt Karin allerlei Geschirr und Zutaten ein und fährt mit dem Zug in den Norden von Schottland. Damit sie (hoffentlich) rechtzeitig ankommt, um am 4. Oktober Österreich zu vertreten bei der Weltmeisterschaft im Porridge-Kochen. Der Bewerb findet im schottischen Carrbridge statt – wer per Livestream mitschauen möchte, wenn 30 Personen über den Tag verteilt Haferbrei kochen, findet Informationen dazu auf goldenspurtle.com (es ist angekündigt, dass es einen Livestream auf der Facebookseite geben wird und via Youtube). Karin und auch ihre direkte Konkurrentin und Freundin Antonia kochen um 12:15 (österreichische Zeit). Die Person die am Ende des Tages das Finale gewinnt, bekommt eine Statue des goldenen „Spurtle“ – so heißt das traditionelle Holzwerkzeug mit dem Porridge gerührt wird.

Karins Bewerbungstext für die WM
Karin lives in Austria’s Waldviertel region – a place that could poetically be described as the Highlands of Austria, with its granite landscape, acidic soils, cool climate, remote charm, and streams that share the same color as the local beer. She uses products from her family’s farm to compose the perfect porridge. Karin also brings a Waldviertel version of the Scottish spurtle – hand-carved from the peeled tip of a spruce, traditionally taken from a Christmas tree. And it has one particular advantage: it’s perfect for stirring counterclockwise, as the devil doesn’t feel compelled to appear when you do.
Deutsche Version: Karin lebt im österreichischen Waldviertel – eine Region, die man poetisch als die „Highlands“ Österreichs bezeichnen könnte, mit seiner Granitlandschaft, den sauren Böden, dem kühlen Klima, dem abgelegenen Charme und den Bächen, die dieselbe Farbe haben wie das lokale Bier. Sie verwendet Produkte vom Bauernhof ihrer Familie, um den perfekten Porridge zuzubereiten. Karin bringt auch eine Waldviertler Version des schottischen „Spurtle“ mit – handgeschnitzt aus der geschälten Spitze einer Fichte, die traditionell von einem Weihnachtsbaum stammt. Und dieser hat einen besonderen Vorteil: Es eignet sich perfekt zum Rühren gegen den Uhrzeigersinn, da der Teufel sich dann nicht bemüßigt fühlt, zu erscheinen.
Wie gibt’s denn so was?
Früh geprägt mit Spaßmeisterschaften wie Bauerngolf wurde Karin offensichtlich vom Größenwahn gepackt. Nachdem sie auf der Bauerngolf-Österreichmeisterschaft in der Prannleithen schon mal Vizestaatsmeisterin im Zielweitwurf der Damen war, weil sie aus 17 m Entfernung einen Gummistiefel in eine Scheibtruhe geschossen hatte, war es auch zu diesem Bewerb nicht mehr weit. In Wahrheit haben Antonia – eine gute Freundin – und Karin einfach einen Hang zu lustigen Aktionen. Antonia hat vor ein paar Jahren in „die Zeit“ einen Artikel über die Porridge-WM gelesen, woraufhin Karin gleich einen Spurtle aus Lindenholz besorgt und ihn Antonia zum Geburtstag geschenkt hat – dazu noch eine ausführliche, aus Recherchen zusammengestellte Broschüre mit dem Titel „be prepared to prepare the best porridge in the world“. 2 Jahre später haben sie sich beworben und sind jetzt tatsächlich dabei bei den 30 Teilnehmenden.
Wer hats erfunden?
Die erste Idee zu dem außergewöhnlichen Bewerb stammt von Roger Reed aus Carrbridge. Er wollte den Bekanntheitsgrad des kleinen Ortes steigern und beim Spaziergang mit dem Hund kam ihm die Idee, eine Weltmeisterschaft im Porridgekochen zu veranstalten. Inspiriert war er von anderen ländlichen Orten in Großbritannien, die Meisterschaften in allerhand lustigen Disziplinen haben. Seitdem organisieren engagierte Ehrenamtliche jährlich den „Golden Spurtle“. 2025 findet nun schon der 32. Bewerb statt.
Die Welt der Spaßweltmeisterschaften
Anscheinend sind Briten echt Weltmeister im organisieren lustiger Weltmeisterschaften. Bei der World Conker Championship in Ashton (England) schlagen die Teilnehmer*innen eine auf einer Schnur aufgefädelte Rosskastanie gegen die des Gegners bis eine davon zerbricht. In Tinsley Green (England) finden die World Marbles Championships statt – in der mit Glasmurmeln gespielt wird. Beim „Cooper’s Hill Cheese Rolling“ (England) jagen Menschen einem rollenden Käse über einen steilen Hügel nach – die schnellste Person gewinnt. Dann gibt’s noch Schneckenwettlauf bei den „World Snail Racing Championships“ und bei den „World Pea Shooting Championships“ werden getrocknete Erbsen mit Blasrohren auf eine Zielscheibe geschossen. Wenn man ein bisschen recherchiert, sind aber die Finnen auch gut im Rennen – dort gibt’s Air Guitar World Championship – wer besser mit der Luftgitarre spielt gewinnt. Oder “Wife Carrying World Championship” oder die “Mobile Phone Throwing Championship”.
Spaß mit Wirkung
Auf den ersten Blick wirken solche Spaßbewerbe vor allem unterhaltsam – gerade in kleinen Gemeinden haben sie jedoch auch eine Bedeutung für die Regionalentwicklung. Veranstaltungen wie diese bringen Medienpräsenz und Besucher*innen an Orte, die abseits solcher Events kaum internationale Aufmerksamkeit bekommen würden. Zum Beispiel hat Karin im Vorfeld der WM dem Wall Street Journal ein Interview gegeben, was man wohl eher als Ausnahmefall betrachten kann. Solche Bewerbe setzen wirtschaftliche Impulse, fördern den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und stärken das regionale Selbstbewusstsein. Als originelles Alleinstellungsmerkmal tragen sie zur Identität der Region bei – und das auf nachhaltige Weise, ganz ohne aufwendige Infrastruktur oder großangelegte Prestigeprojekte.
Reduziert auf die Essenz
Zusammengefasst vereint die Teilnahme an diesem Event mehrere Aspekte, die Karin besonders am Herzen liegen: Es geht um das Feiern einer Freundschaft mit der gemeinsamen Vorliebe für außergewöhnliche Aktionen, um die Unterstützung ländlicher Entwicklung und die Wertschätzung lokaler landwirtschaftlicher Produkte, um die Freude am kreativen Selbermachen, den kulturellen Austausch und die Liebe zum Essen. Und schließlich den inklusiven Charakter der Veranstaltung, bei dem das gemeinsame Erleben im Vordergrund steht, wenn Anfänger*innen und auch Profis in der Küche ihre Porridge-Kreationen kochen. Bei Spaßmeisterschaften geht es vor allem um Lebensfreude, Gemeinschaft und auch eine Liebe zum Unsinnigen und Spielerischen. Und das muss man eh öfter feiern.
Zwei Disziplinen: „Traditional Scottish Porridge“ und das Spezialitätenrezept
In der halben Stunde Kochzeit muss man beim Bewerb 2 Gerichte kochen. Zum einen den „Traditional Scottish Porridge“, der ausnahmslos aus 3 Zutaten besteht – nämlich Hafer, Wasser und Salz. Und damit alle auch ihrer Kreativität ein bisschen freien Lauf lassen können noch ein Spezialitätenrezept. Dabei wollte Karin die Ähnlichkeiten zwischen dem Waldviertel und den schottischen Highlands aufgreifen und gerne Produkte direkt vom Hof und dem Waldviertel verwenden. Sie hat experimentiert mit Hanfnüssen, Haselnüssen, Äpfeln, Birnenbalsamessig, gekocht, ausprobiert, verworfen. Das Rezept, mit dem sie nun antreten wird – hat eine leichte Holunderblütennote und ein Topping aus Himbeeren, Mohn und Honig mit einem Schuss Birnenbalsamessig. Hier ein Foto von einem der vielen Test-Porridges.

Die größte Herausforderung war allerdings der Hafer. Denn die in Österreich für Müsli oder Porridge üblichen Haferflocken sind bei der WM tabu – die gehören nicht in einen „Traditional Scottish Porridge“ – da darf nur „oatmeal“ rein – und dazu gehören „steel cut oats“ und „oatflour“.
Die kulturellen Unterschiede der Haferverarbeitung
Um herauszufinden was das ist, war viel Recherche nötig. So richtige „steel cut oats“ bzw. „Hafergrütze“ gibt’s hier nicht zu kaufen – das sind mit Klinge in mehrere Teile geschnittene Haferkörner. Am ehesten vergleichbar ist es mit Haferschrot, nur nicht in einer Mühle zerkleinert, sondern mit Stahlklingen. Die Verarbeitung des hofeigenen Hafers hat sich als Herausforderung entpuppt. Nur wenige Mühlen verarbeiten Hafer selbst – und wenn, dann zu Haferflocken. Der Traum vom eigenen Hafer bei der WM geht also leider nicht in Erfüllung, dafür gab es sehr viele Erkenntnisse über dessen Verarbeitung. Und jetzt kurz vor dem Bewerb haben Antonia und Karin auch gelernt, dass sie diesen traditionellen Holz-Spurtle immer falsch herum verwendet haben.
Danke an alle Beteiligten
Danke an Walter vom Dinkelhof Böhm in Martinsberg – bei dem wir immer unseren Dinkel entspelzen lassen, dass er sich darauf eingelassen hat, es testweise auch mit unserem Hafer zu versuchen. Danke an Anna Taubinger von der Kittelmühle in Bergland (wo auch unser Getreide immer hingeliefert wird) für die telefonische Beratung und das Schicken von Hafer zum Testen. Danke an einige weitere Mühlen, die bei den Recherchen telefonisch weitergeholfen haben: Schälmühle Nestelberger in Perg, DYK-Mühle in Raabs an der Thaya, Rosenfellnermühle in St. Peter in der Au und die Minderleinsmühle in Kalchreuth in Deutschland. Und im letzten Jahr kamen auch einige Testesser*innen zum Zug – danke für euer Feedback! Danke auch an Flora für das Töpfern und Glasieren der Schüsseln für den Spezialitätenporridge. Danke an Birgit für das Borgen des Kochthermometers und an Maria für die Mohnquetsche. Danke an Antonia – für den regionalen Riess-Kochtopf, das österreichische Bergsalz, die langjährige Freundschaft und die geteilte Liebe zu lustigen Aktionen.
Und wer tatsächlich bis hierher gelesen hat, will sicher einen Kinofilm über die Veranstaltung anschauen!
Die frisch erschienene Dokumentation „The Golden Spurtle“ über das gleichnamige Event läuft gerade in den Kinos (leider bisher nicht in Österreich). Oder ein kurzes Video vom 25. Bewerb.

Bauerngolf – Spiel und Spaß mit Gummistiefeln!

Bauerngolf ist ein Sport, der mit Gummistiefeln und herausfordernden Stationen an alten landwirtschaftlichen Geräten funktioniert. Das folgende Video zu den Österreichischen Bauerngolfmeisterschaften 2006 bei uns am Hof gibt einen guten Einblick in den wilden, stiefeligen Sport.
Und wer jetzt noch neugieriger ist als vorher, kann sich noch auf der offiziellen Bauerngolf-Seite vertiefen.
Silvestertradition Wunschzündholzboote
Hallo ihr Lieben! Mit dieser :: Videoanleitung zum Bau eines Wunschzündholzbootes :: wünschen wir euch einen schönen Start ins neue Jahr! Wunschzündholzboote gemeinsam Bauen und Abbrennen ist ein schönes und feierliches Silvesterritual. Viel Freude damit wünscht Familie Schroll.
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Karin war in der Waldviertler Schuhwerkstatt beim Schuhselbstbaukurs. Die Erkenntnisse, Freuden und Beschwerlichkeiten, wenn man selbst Lederschuhe macht – sind dokumentiert für die Ewigkeit in diesem PDF-Dokument. Wer sich dadurch inspiriert fühlt zu eigens gezimmertem Schuhwerk, findet hier die nächsten Termine für einen Kurs in Schrems.
