
Gestern haben wir die Ergebnisse unserer Honig-DNA-Analyse erhalten. Die Kornblume war wohl sehr beliebt. Untersucht wurde Honig aus dem Jahr 2026, um herauszufinden, von welchen Pflanzen die darin enthaltenen Pollen stammen – also welche Pflanzen unsere Bienen besucht haben. Insgesamt konnte DNA von 67 Pflanzen aus 49 Gattungen und 23 Pflanzenfamilien gefunden werden. Folgend könnt ihr die am häufigsten nachgewiesenen Arten in einem interaktiven Diagramm sehen:
Die Kornblumen im biologischen Dinkelacker waren bei den Bienen hoch im Kurs – mit 23% der DNA-Moleküle stehen sie ganz oben auf der Liste. Die gefundenen Anteile der DNA-Moleküle der Pflanzenarten lassen zwar keinen 1:1 Rückschluss zum Anteil der Pflanzenpollen im Honig, da die DNA-Mengen unterschiedlich ausfallen können. Klar wird trotzdem: Die Kornblume war eine wichtige Trachtpflanze. Von Birn- und Apfelbaumblüten ist in der Probe keine Spur mehr. Wir haben dieses Jahr nur ein Mal geschleudert – nämlich spät im Juli. Den Honig aus dem Frühjahr mit den blühenden Obstbäumen hatten die Bienen wahrscheinlich bis dahin schon selbst verspeist. Auch Gräserpollen wurde in unserem Honig nachgewiesen. Das Knäuelgras kam auf 2,91%. Gräser (dazu gehört auch Getreide) werden zwar vom Wind bestäubt und liefern keinen Nektar, ihren Pollen können Bienen aber trotzdem sammeln und als Eiweißquelle nutzen.Insgesamt spricht das Ergebnis für ein sehr vielfältiges Blütenangebot im Flugradius der Bienen – die Arten wachsen auf Wiesen, an Säumen, in Gehölzstreifen, im Wald und auf landwirtschaftlichen Kulturen. Klein strukturierte Landschaften, in denen man als Biene auf kleinem Raum viele verschiedene Lebensräume und Pflanzen erreicht und damit über die ganze Saison hinweg Nahrung findet, sind also der Jackpot. Und es zeigt, dass auch biologische Ackerflächen mit ihren Beikräutern einen großen Wert für die Bienen haben können.
Die Ergebniswebsite mit Links zu den Top 5 gefundenen Pflanzen findet ihr hier.