Auf dieser Seite geben wir einen Einblick in unseren Hof, unsere Arbeitsweise und die Region. Wir bieten ganzjährig Urlaub am Bauernhof in unserem Knusperhaus in ruhiger Lage am Wald und Naturteich an, bewirtschaften Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Wald und erzeugen Süßes und Saures von unseren Streuobstwiesen und Bienenstöcken. Neben dem Hof selbst möchten wir hier auch die Besonderheiten der Region vorstellen, die unsere Arbeit und den Alltag prägen. Unsere Familie ist recht neugierig, experimentierfreudig und offen für ungewöhnliche Ideen – das Eine oder Andere sammeln wir in der Rubrik Kurioses.
Was machen wir hier?


Karin, Georg, Veronika und Herbert leben und arbeiten gemeinsam am Biohof Prannleithen. Aktuell kultivieren wir auf den Ackerflächen unter anderem Hanf und Dinkel. Unsere Kälberherde weidet auf den Flächen rund um den Hof. Von den alten Mostbirnbäumen der Streuobstwiesen verarbeiten wir die Birnen zu sehr konzentriertem Birnenbalsamessig. Ein paar Bienenstöcke kümmern sich um Bestäubung und unsere Honigversorgung. Im Sinne kleiner, überschaubarer Kreisläufe nutzen wir Hackschnitzel aus unserem eigenen Wald und einer Agroforstfläche zum Heizen – und liefern den Überschuss an die Yspertaler Fernwärmegenossenschaft. Den Großteils unseres Strombedarfs decken wir durch eigene Photovoltaikanlagen. Unser Trinkwasser folgt der Schwerkraft aus einer eigenen Quelle und auch das Abwasser wird noch am Hof mit einer Pflanzenkläranlage gereinigt. Weil es schön ist, solch einen vielfältigen lebendigen Arbeitsort zu teilen, können sich Gäste für ihren Urlaub im selbst gebauten Knusperhaus einmieten. Wir verbinden das Bestehende gerne mit einer Prise Innovation und neuen Ideen. Kleine Strukturen, Totholz, viele schöne Sitzplätzchen und ein bisschen Durcheinander am Hof dienen der Entspannung und der biologischen Vielfalt. (C) Teamfotos: Matthias Kainz










Warum Bio?
Biologisch zu wirtschaften ist für uns der einzige Weg, Boden, Menschen und Ökosysteme langfristig lebendig zu halten. Veronika und Herbert haben bereits 1991 – als einer der ersten Betriebe in der Gemeinde – auf Bio umgestellt und damit echten Pioniergeist bewiesen. Heute können wir auf Jahrzehnte an gewachsener eigener und kollektive Erfahrung und Entwicklung zurückgreifen: bei Methoden, Maschinen, Pflanzenzüchtung und im Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Damals jedoch fehlten Vergleichswerte und Erfahrung – der Schritt war daher auch mit Risiken verbunden. Biologische Landwirtschaft bedeutet, langfristig zu denken, genau zu beobachten und mit natürlichen Prozessen zu arbeiten. Sie schließt auch den Verzicht auf Betriebsmittel ein, die kurzfristig Erträge sichern, langfristig jedoch Boden, Umwelt und Gesundheit schaden können. Im Fokus von Allem steht der Boden mit seiner langen Entwicklungsdauer und der unglaublichen Vielfalt an Bodenlebewesen, die wesentlich zu seiner Fruchtbarkeit beitragen. Die obersten 30 Zentimeter der Erde sichern eben unsere Ernährung. Ein bisschen Ehrfurcht und Faszination den vielen Facetten des Lebens gegenüber ist auch dabei – die Evolution hat Beeindruckendes hervorgebracht.
Hofrundblick am Biohof Prannleithen
Das folgende Video stammt von einem kleinen Drohnenüberflug über das Hofareal – vor 10 Jahren. Das Alter sieht man dem Video an – und auch, dass es ein besonders trockener Sommer war.
Was man über uns liest
Links zu Naturpost Rapunzel Webartikel; Augustin Artikel Obstbäume von morgen; NÖN Porridge-WM
Wer hat’s erfunden? Ein bisschen Hofgeschichte
Ein Bauernhof ist eindeutig ein generationenübergreifendes Projekt. Seit rund 400 Jahren haben am Biohof Prannleithen bekannte – und noch viel mehr unbekannte Menschen gearbeitet, gebaut, Lebensmittel produziert, gelebt, ausprobiert und weiterentwickelt. Jede Generation baut auf dem auf, was davor geschaffen wurde. Die folgende Bildergalerie zeigt Impressionen aus der Geschichte des Hofes.






Das Foto mit dem Leiterwagen stammt aus den 1930er-Jahren. Seither hat sich viel getan – am Hof ebenso wie in der Landwirtschaft insgesamt. Damals waren Lebensmittel noch wertvoller und ihre Herstellung wesentlich arbeitsintensiver als heute. Es gibt diese Familiengeschichte, dass Oma nach dem Krieg mit einem Krautkopf nach Wien gefahren ist, um jemanden zu bestechen – damit wir am Hof einen Stromanschluss bekommen. Rund die Hälfte der Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die Ernährung ausgegeben – heute sind es knapp 12%. Gleichzeitig hat sich die Produktivität enorm gesteigert: Ernährte ein/e Landwirt*in damals durchschnittlich etwa 10 Menschen, sind es heute rund 120. Neue Sorten, Züchtungen, Maschinen und Methoden ermöglichen es, mit deutlich weniger Arbeitskräften wesentlich mehr Menschen zu versorgen. Auch die Zahl der Höfe hat sich stark verändert. 1951 gab es in Österreich über 400.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, heute sind es nur mehr rund 150.000 – gleichzeitig ist die durchschnittliche Betriebsfläche mehr als zweieinhalbmal so groß geworden.
Höfe wurden immer schon an neue Anforderungen, Betriebszweige und Lebenssituationen angepasst. Die folgenden Grafiken von Edith Jakubowicz-Schroll machen auch die bauliche Entwicklung des Biohofs Prannleithen in den vergangenen Jahrzehnten nachvollziehbar.


Der regionaltypische Vierseithof ist über Generationen gewachsen – dabei gruppieren sich Wohnhaus, Stallungen, Scheunen und Wirtschaftsgebäude um einen gemeinsamen Innenhof. Diese Anordnung prägte über Jahrhunderte das Leben und Arbeiten am Hof. Im Unterschied zum Vierkanthof, wie er beispielsweise im Mostviertel typisch ist, sind die Gebäudeteile beim Vierseithof nach außen hin nicht vollständig zu einem geschlossenen Baukörper verbunden. An der offenen Ecke befindet sich üblicherweise das Hoftor.
Wie man mit diesem Erbe umgehen und gleichzeitig zukunftsfähig bleiben kann, zeigt die Diplomarbeit „Vierseithof. Nachhaltig. Weiterdenken“ von Edith Jakubowicz-Schroll. Sie untersucht als Architektin die Baukultur der Vierseithöfe im südlichen Waldviertel und zeigt Möglichkeiten auf, wie sich historische Hofstrukturen respektvoll und nachhaltig weiterentwickeln lassen. Ein schönes Beispiel dafür ist das Seelenloch am Biohof Prannleithen: Dabei handelt es sich um ein kleines, etwa 20 x 20 cm großes Fenster in der Stube. Es wurde am Allerseelentag und wenn ein Verstorbener in der Stube aufgebahrt war, geöffnet, damit die Seele das Haus verlassen konnte. Bei der Sanierung in den 1990er-Jahren haben Veronika und Herbert dieses historische Element bewusst erhalten – als Teil der Geschichte, des Charakters und der gewachsenen Bausubstanz des Hauses. Die Kunst ist dabei wohl, auf dem aufzubauen, was die Vorgenerationen geschaffen haben, und den Hof mit Respekt und Wertschätzung an die Bedürfnisse und Gegebenheiten der heutigen Zeit anzupassen und weiterzuentwickeln.
Lage und Anreise

Öffentliche Anreise: Mit dem Zug bis Ybbs an der Donau (ca. 20 km entfernt) und weiter mit dem Bus (verkehrt nur an Werktagen) nach „Ysper Am Campus“ (ist ca. 2 km vom Hof entfernt – beim Kindergarten) oder „Ysper Prannleithen“ (ist nur 800 m vom Hof entfernt, wird aber selten angesteuert). Hier kann man die durchgehende Verbindung suchen!





